Welche Medikamente im Alter?


Nicht jeder Wirkstoff ist geeignet
Ältere Frua sucht die richtigen Tabletten aus einem Stapel Schachteln heraus. Im Alter sind nicht alle Medikamente gut geeignet. Bei der Auswahl hilft die Priscus-Liste.
mauritius images / Cavan Images / Viktoriia Kozhevnikova

Viele Senior*innen kennen es: Eine Tablette für den Blutdruck, eine für das Cholesterin, eine für den Zucker. Dabei reagiert der Körper im Alter empfindlicher auf manches Arzneimittel. Die Priscus-Liste hilft, gefährliche Arzneimittel für Senior*innen zu erkennen.

Nebenwirkungen sind häufiger

Die Behandlung mit Arzneimitteln bei älteren Patient*innen birgt einige Schwierigkeiten. Zum einen reagiert der ältere Körper auf manche Medikamente mit stärkeren Nebenwirkungen. Das ist bei manchen Nebenwirkungen besonders kritisch, beispielsweise beim Schwindel. Durch Schwindel steigt die Gefahr eines Sturzes – mit den möglichen Folgen eines Knochenbruches. Auch die Dosierung spielt eine Rolle, da ältere Menschen stärker auf manche Arzneistoffe reagieren. Zum anderen nehmen viele Senior*innen täglich mehrere Medikamente ein, was zu Wechselwirkungen zwischen Medikamenten führen kann.

Priscus-Liste hilft

Doch wie findet man heraus, welche Medikamente im Alter mit Vorsicht zu verwenden sind – oder sich gar nicht eignen? Hierfür gibt es die Priscus-Liste. Sie enthält über 150 Wirkstoffe, die im Alter möglicherweise ungeeignet sind. Wie so oft liegt der Teufel hier im Detail: Manche Wirkstoffe sind allgemein ungeeignet, andere nur in einer höheren Dosierung oder in einer bestimmten Darreichungsform. Die Liste gibt an, welche Medikamente vermieden werden sollten – es kann aber auch der Fall eintreten, dass es für dieses Medikament keine Alternative gibt und der Nutzen die Risiken überwiegt. Stiftung Warentest hat die Liste nun für Patient*innen und Angehörige aufgearbeitet und bietet so eine einfachere Orientierung für Laien.

Oft zu viele Medikamente

Bei der Einnahme von Medikamenten ist außerdem zu bedenken, dass ältere Menschen häufig mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen. Gerade wenn mehrere Medikamente im Spiel sind, ist es nicht selten, dass auf das ein oder andere Medikament verzichtet werden kann. Senior*innen können sich hierzu kostenfrei in der Apotheke beraten lassen. Dieses Angebot heißt dann „Beratung bei Polymedikation“. Neben der Apotheke ist natürlich auch die Hausarztpraxis eine wichtige Anlaufstelle, wenn Fragen zu Medikamenten auftauchen. Die Priscus-Liste kann dann dabei helfen, die richtigen Fragen zu formulieren.

Quellen:

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