Umweltsünde Drogen


Nicht nur für die Gesundheit ein Problem
Cannabispflanzen auf einem Hallenboden
mauritius images / Cavan Images / Luis Velasco
Cannabispflanzen in einer Halle

Dass Drogen wie Kokain oder Ecstasy schlecht für die Gesundheit sind, ist bekannt. Doch was haben Drogen für einen Einfluss auf die Umwelt? 

Regenwald als Opfer des Drogenanbaus

Kokain wird aus dem Cocastrauch gewonnen. Dieser wird im großen Stil im Kolumbien angebaut – und zwar im Regenwald. Schätzungen zufolge geht ein Viertel der jährlich gerodeten Fläche auf Kosten des Cocastrauches. Doch damit nicht genug: Da der Anbau illegal ist, gibt es keine industrielle Struktur für die Abwasserentsorgung. Bei der Veredlung zu Kokain kommen aber giftige Stoffe wie Schwefelsäure, Benzin oder Aceton zum Einsatz. Die Abfallstoffe verbleiben im Regenwald und schädigen Flora und Fauna. Auch bei Ecstasy ist die Herstellung an abgelegenen, naturnahen Orten ein Problem. Ecstasy wird häufig in den Niederlanden produziert. Auch dort kommt giftige Chemie wie Schwefel- oder Methansäure zum Einsatz, die in Bächen und Wäldern landet.

Strom für künstliches Licht

In eine andere Kerbe schlägt Cannabis. In manchen Regionen wird zwar auch hierfür Wald gerodet. Cannabis wird allerdings überwiegend in Gebäuden angebaut, um den wachsamen Blicken staatlicher Behörden zu entgehen. Das Problem: Die Pflanze liebt Feuchtigkeit und benötigt viel Wasser. Dazu braucht die Pflanze viel Licht zum Wachsen. Beides gäbe es unter freiem Himmel kostenlos, im häuslichen Anbau müssen Licht und Wasser zugeführt werden. Der Stromverbrauch dabei ist erheblich, ein Gramm Cannabis aus häuslicher Produktion verbraucht in etwa so viel Energie wie Herstellung eines Sixpacks Bier.

Keine Lösung in Sicht

Lösen lässt sich dieses Problem nicht, denn der Anbau dieser Drogen ist in den meisten Staaten illegal. Und solange das so ist, müssen die Produzenten der staatlichen Kontrolle ausweichen und im Verborgenen arbeiten. Eine Legalisierung könnte die Umweltproblematik lindern, würde auf Seiten der Gesundheit aber neue Probleme schaffen. Wie so oft hilft auch hier letztlich nur: weniger Konsum. 

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