Extra Vitamine bei Diabetes?


Nahrungsergänzungsmittel im Blick
Extra Vitamine bei Diabetes?
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Die Einnahme von Vitamin-Supplementen ist bei Diabetes nur in Ausnahmen erforderlich.

Viele Diabetiker*innen erhoffen sich positive Effekte durch Nahrungsergänzungsmittel. Sie sollen z. B. den Blutzucker verbessern und die Nerven schützen. Doch was sagen Expert*innen dazu? Gibt es bestimmte Vitamine oder Mineralstoffe, die bei Diabetes günstig wirken?

Ausgewogene Kost reicht meist

Generell empfiehlt die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) Menschen mit einem Typ-2-Diabetes, ihren Bedarf an Nährstoffen durch eine ausgewogene Mischkost zu decken. Geeignet sind dafür sowohl die mediterrane Ernährung als auch vegetarische oder vegane Kostformen.

Routinemäßig über Nahrungsergänzungsmittel Vitamine oder Mineralstoffe zu supplementieren ist in der Regel nicht erforderlich, sagen die Expert*innen. Zwei Vitamine können allerdings für Diabetiker*innen eine Bedeutung bekommen: Vitamin D und Vitamin B12.

Vitamin D im Blick behalten

Vitamin D ist nicht nur für den Knochen wichtig, es spielt auch eine Rolle im Zucker- und Fettstoffwechsel. Den Zusammenhang zwischen Vitamin D und Diabetes zeigen etliche Studien: Bei übergewichtigen Kindern besserte z. B. die Vitamin-D-Gabe die Insulinresistenz, wodurch der Blutzucker sank. Eine Analyse von 40 wissenschaftlichen Studien zu Vitamin D und Diabetes deutet darauf hin, dass niedrig dosierte Vitamin-D-Gaben die Blutzuckerwerte bei erwachsenen Typ-2-Diabetiker*innen verbessern kann.

Das bedeutet allerdings nicht, dass alle Menschen mit Diabetes Vitamin D einnehmen sollten. Ein Vitamin-D-Mangel sollte jedoch frühzeitig erkannt und konsequent ausgeglichen werden, raten Expert*innen. Vor einer Selbstmedikation macht es auf jeden Fall Sinn, die behandelnde Ärzt*in um Rat zu fragen.

Metformin stört die Vitamin-B12-Aufnahme

Vitamin B12 ist u. a. für die Blutbildung, die Nerven und den Energiestoffwechsel unverzichtbar. Aufgenommen wird es im Darm. Metformin, ein bei Diabetes sehr oft verschriebenes Medikament, stört die Vitamin-B12-Aufnahme. Deshalb entwickeln bis zu 30 % der Patient*innen, die Metformin langfristig einnehmen, einen Vitamin-B12-Mangel.

Zur Vorbeugung eines Vitamin-B12-Mangels können Langzeitanwender*innen – nach Rücksprache mit der Ärzt*in – täglich 250 bis 500 Mikrogramm Vitamin B12 einnehmen. Außerdem sollten bei diesen Patient*innen vorsorglich alle zwei bis drei Jahre der Vitamin-B12-Spiegel im Blut gemessen werden. Liegt ein Mangel vor, werden die Speicher durch hohe Dosen von Vitamin B12 wieder gefüllt – entweder über Tabletten oder mit monatlichen Spritzen.

Vorsicht mit Selen

Selen soll günstige Effekte auf die Regulierung des Blutzuckers haben und wird Diabetiker*innen ebenfalls oft empfohlen. Eine zusätzliche Zufuhr soll laut Diabetesgesellschaft jedoch nur erfolgen, wenn tatsächlich ein Mangel im Blut vorliegt. Denn bei einer Überversorgung kehrt sich der positive Effekt um: Die Insulinempfindlichkeit sinkt und der Zuckerstoffwechsel verschlechtert sich.

Quelle: Ärztezeitung

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